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BIOGRAPHIE OUMOU SY |
MODE MADE IN AFRICA |
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Oumou Sy vereint Haute Couture und soziales Engagement in ihrer Person und ihrem Werk. Geboren wurde sie in Podor, am Rand des Flusses Sénégal. Heute lebt und arbeitet sie im Herzen der Medina, dem "Arme-Leute-Viertel" der Millionenstadt Dakar. Dakar ist eines der wichtigsten Zentren der afrikanischen Textilindustrie. Getragen wird dieser Wirtschaftszweig überwiegend von Frauen, die, anders als in Europa, das Geschehen dominieren. In der Hauptstadt des Senegals arbeiten rund 3000 verschiedene Modeschöpfer und Designer. |
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Hier
befinden sich die Ateliers von Oumou Sy, ihre Werkstätten und
Schulen, in denen sie ihre Schülerinnen und Schüler in
traditionellen und modernen Techniken ihres Handwerks unterrichtet. Und
von hier startete Oumou Sy - Autodidaktin und Analphabetin - eine
Karriere, die nicht nur in Afrika ihres gleichen sucht. Neben ihren zahlreichen Modenschauen in afrikanischen
Ländern präsentierte Oumou Sy ihre Kollektionen u.a. auf der
Expo 2000, dem Markusplatz in Venedig, dem Millenium Dome in London, am
Broadway in New York, im Louvre in Paris und auf der Altamoda in Rom.
Oumou Sy lehrte als Gast an den Hochschulen der Künste in Dakar,
Mailand und Genf. Sie gründete ihre eigenen
Ausbildungsstätten, die Mode- und Designschule "Leydi" und
"Macsy", eine Schule für Models und Mannequins. Beide
Einrichtungen wurden vielfach ausgezeichnet. Oumou Sy eröffnete in
Dakar mit dem "Metissacana", das erste Internet Café Westafrikas
und gründete eine Initiative, die sich um den Anschluss mehrerer
Hundert Dörfer des Senegals an das Internet bemüht. Oumou Sy
rief den "Karneval von Dakar" ins Leben, eine Parade, die mit achtzig
Wagen, tausend kostümierten Personen, Tänzern und Musikern,
Pferden und vielem mehr, durch die Straßen zieht. Für diese
bunte und vielfältige Parade, die vom historischen Erbe des
Kontinents geprägt ist, entwarf Oumou Sy eine Kollektion
afrikanischer Königsgewänder, die wegen ihrer Einzigartigkeit
große Beachtung fand. Ihre Popularität gewann Oumou Sy auch
durch ihre Zusammenarbeit mit Künstlern der Musik-, Film- und
Theaterszene. U.a. trägt der bekannte senegalesische Sänger
Youssou N'Dour ihre Mode. Für ihren herausragenden Beitrag und ihr
Engagement beim Aufbau von lokalen, nationalen und internationalen
Infrastrukturen für afrikanisches Modedesign wurde Oumou Sy mit
dem "Prince Claus Award" ausgezeichnet. In Deutschland widmeten ihr das
GEO Magazin, Brigitte, das Lufthansa Magazin, Arte, SAT1, ARD und ZDF
zum Teil ausführliche Beiträge. Oumou Sy wird zu Recht als
bekannteste Modeschöpferin Afrikas bezeichnet. Durch ihre
künstlerischen und wirtschaftlichen Erfolge und ihr soziales
Engagement wird sie als eine Botschafterin des positiven Afrikas
angesehen. Tatsächlich sind die Arbeitsbedingungen für Oumou
Sy aber nach wie vor schwierig: MODE
MADE IN AFRICA Afrika hat von der Globalisierung
kaum profitiert, ist aber umgekehrt in erheblichem Umfang von ihren
negativen Auswirkungen betroffen. Obwohl die Textilindustrie in Afrika
immer mehr Bedeutung erlangt, wird nach wie vor überwiegend
für den heimischen Markt produziert. Hinzu kommt, dass längst
nicht alle Afrikaner sich die heimische Mode leisten können. Mit
ihrem neuesten Projekt und der Werbung für das Label "Made in
Africa" möchte Oumou Sy entscheidende Impulse zur Veränderung
dieser Situation geben. Ihr Ziel ist es, Entwicklung und Mode
miteinander zu verbinden, indem sie Mode auch in Afrika maschinell und
kostengün-stig herstellt. Auf diese Weise möchte sie ihren
Beitrag dazu leisten, den afrikanischen Kontinent in die
inter-nationale ökonomische Entwicklung einzugliedern. Pluspunkte
wie lebendige Traditionen und Kreativität im Bereich der Mode,
werden aus Sicht von Oumou Sy von Afrikanern zu wenig genutzt. Mit
ihrem aktuellen Projekt soll die vielfältige Identität des
Kontinents unter Beweis gestellt werden. Oumou Sy hofft auf diese
Wiese, weitere Arbeitsplätze zu schaffen. Konkret ist die
Schaffung von mehr als 300 Arbeitsplätzen für Frauen
vorgesehen. Neue Technologien sollen eingesetzt werden, um eigene
Konfektionsware zu wettbewerbsfähigen Preisen herstellen zu
können und sich gegenüber "Second Hand" Kleidungsimporten zu
bewähren. Mit "Made in Africa" und Kleidung "aus erster Hand"
sollen der afrikanische Markt und die Exportkapazitäten wachsen.
Lokale Ressourcen wie Rohstoffe, das Kulturerbe, das Wissen und die
Kreativität erfahren ihre Wertschätzung und werden zum
eigenen Vorteil genutzt.
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